Johannes Pichler im Gespräch

"Für mich komprimiert Contao die Benefits aller CMS!"

Johannes Pichler im Interview

Der Frühling lässt sein Erscheinen schwach erahnen, als ich Anfang April auf der geschäftigen Neubaugasse Co-Organisator Johannes treffe, um ihn für den Contao-Austria Blog zu interviewen. Johannes ist nicht nur im Webdesign gestaltungssicher, auch in der Lokalauswahl hat er ein gutes Händchen. Im Café Orient erfahren wir beim köstlichen Duft orientalischer Falafel, gemütlicher Wohnzimmeratmosphäre und umtost von dramatischer klassischer Musik, warum Eltern mit Computerspielantipathie von Vorteil sind, selbst eine gebrochener Rücken für den weiteren Werdegang entzückend sein kann und was er sich von der Contao Wunschfee wünscht.

Christine: Johannes, du bist gebürtiger Salzburger und deine Eltern waren und sind beide an der Universität beschäftigt. Hattest du schon früh Kontakt mit Computern?
Johannes: Ja, wir hatten, bedingt durch den Beruf meiner Eltern, Computer zu Hause, seit ich denken kann. Ich habe zwei Geschwister, die beide älter sind als ich und ich war noch sehr jung, als wir den ersten Computer (einen Amiga) geschenkt bekamen. Das war zu Weihnachten. Aber dann bemerkte unser Vater recht schnell: Das ist ja ein Spielecomputer - und schon war er wieder weg. Stattdessen bekamen wir dann einen 386er mit MSDOS, was spieletechnisch natürlich eher einschränkte. Also beschäftige ich mich notgedrungener Maßen mit DOS und später mit Basic, weil es keine Alternativen gab.
Christine: Ist es deinen Eltern damit tatsächlich gelungen, dich von Spielen fernzuhalten?
Johannes: Ja, das ist ihnen ziemlich gut gelungen. Nach ein paar Jahren kam der wunderbare Umstieg auf Apple, und da war dann Photoshop drauf – damals noch mit einer Oberfläche in Schwarz-Weiss. Die zu bearbeitenden Bilder waren das einzige in Farbe. Hier habe ich die ersten Erfahrungen mit Brushes und Ebenen gemacht. Später tobte ich mich an gemeinen Photoshop-Montagen von Lehrern und Kollegen aus, damit war meine damalige Designerkarriere aber auch schon zu Ende.
Im Gymnasium, einem Internat, in dem ich meine Tischlereiausbildung samt Matura absolviert habe, hatten wir zwar die grundschultypische Einführung in die Programmierung, das habe ich damals allerdings gehasst. Ich hatte zu der Zeit einfach andere Interessen und keinen Zugang zu Bits und Bytes.
Christine: Wie ging es nach der Matura(dem Abitur) für dich weiter? Wann und wie bist du dann zum Programmieren gekommen?
Johannes: Ich habe im Jahr 2003 das Studium Wirtschaftsingenieurwesen Maschinenbau begonnen. Hier gab es eine intensivere Einführung in die Informatik mit Java-Programmierung. Erstmals richtig strukturiert programmieren mit ordentlicher Background Info – das fand ich sehr spannend. Ich stellte mir stets die Frage: „Was geschieht eigentlich im Hintergrund, wenn man in einem Programm auf einen Knopf drückt?“ Also hab ich dann angefangen, auch privat Sachen zu programmieren und dann vertieft in PHP Script Programmierung.
Christine: Warum gerade PHP?
Johannes: Ich habe zu der Zeit auch begonnen, Internetseiten zu basteln und PHP war/ist einfach State-of-the-Art, was Webseitenprogrammierung betrifft. Dieser Bereich blieb aber weiterhin privat, denn ich arbeitete bald darauf parallel zum Studium bei der Firma MAN Spezialfahrzeuge (später Rheinmetall MAN Military Vehicles) im technischen Entwicklungsprojektcontrolling – in diesem Bereich hatte ich natürlich wenig mit Web-Programmierung zu tun.
Christine: Controlling in einem großen Konzern – wie kam dann deine Firma Webpixels ins Spiel?
Johannes: Im November 2011 machte ich einen großen Schwenk und gründete meine Firma Webpixels. Ich habe beschlossen, das, was ich zuerst nur privat gemacht hatte, was mich aber stets interessierte und faszinierte, nämlich für Web und iOS (iPad und iPhone) Apps zu programmieren, zum Beruf zu machen. Der Einstieg war ziemlich ungewöhnlich, denn vor der Firmengründung hatte ich mir die Wirbelsäule gebrochen und war relativ lange out of order. Diagnose: Deckplatteneinbruch an L4 & L5, ich kann Dir sagen, das war mit sehr großen Schmerzen verbunden. Der Einstieg in die Selbständigkeit kam dann ausgerechnet über meinen Arzt, bei dem ich zu der Zeit in Behandlung  war. Ich hatte dort sehr viel Zeit verbracht, „ging“ sozusagen täglich bei ihm ein und aus und so hat er spitz bekommen, dass ich mich für Computer interessiere, mich damit auch auskenne und er fragte, ob ich nicht deren EDV betreuen wolle. „Warum eigentlich nicht?“, dachte ich mir und in dem Moment stand auch die Frage im Raum: „Warum mache ich das jetzt nicht beruflich?“ Ich habe mit Aufträgen für diese Arztpraxis begonnen und zu Hause im Home Office gearbeitet. Relativ schnell habe ich gemerkt, dass von zu Hause arbeiten für mich nicht passt, also bin ich im Februar 2012 in die Lindengasse in ein Gemeinschaftsbüro gezogen.
Christine: Wann und wie bist du zu Contao gekommen?
Johannes: Ich bin so um 2007, in meiner aktiveren PHP Programmierzeit, erstmals auf Contao gestoßen, als ich mich mit CMS-Systemen beschäftigte. Damals waren ja Drupal, Redaxo, Joomla, Typo3 sehr stark – aber es gab eben auch schon Contao, damals hieß es noch Typolight. CMS-Systeme fand ich sehr interessant, fand aber auch alle extrem kompliziert zu bedienen. Ich habe mit Typo 3 angefangen, mich aber schnell gefragt, warum ich nur für dieses CMS Typoscript lernen soll. Zu Contao – also Typolight, wie es damals hieß – wechselte ich aufgrund der Namensgleichheit zu Typo3 und dachte, dass es eine vereinfachte Version von Typo3 sei. Auf diversen Internet-Plattformen las ich, dass es so toll sein soll, ich war allerdings in der ersten Sekunde nicht sicher, was ich davon halten sollte. Aber da kannte ich auch die Features noch nicht.
Christine: Was waren den die Features an Contao, die dich am meisten beeindruckt haben und die dazu geführt haben, dass du dich für Contao entschieden hast?
Johannes: Was mich am meisten beeindruckt hat? Ganz klar das Navigationsmodul. Ich füge ein Navigationsmodul ins Seitenlayout ein und habe eine fertige Navigationsstruktur im Frontend - dazu musste man im Typo3 ein Typoscript schreiben. Da war ich ziemlich beeindruckt. So einfach und so schnell kann es gehen.
Wirklich baff war ich bei den Templates: Um irgendetwas Spezielles zu realisieren oder anzupassen, beispielsweise in der Navigation, kannst du ein Template File aufmachen, im Editor total an die eigenen Bedürfnisse anpassen, fertig.
Und die Seitenbaumstruktur ist großartig, es gibt eine sinnvolle Ordnerhierarchie, man hat einen guten Überblick, was ich bei Drupal und Wordpress nicht so empfand.
Für mich komprimiert Contao die Benefits aller Content Systeme, man kann extrem effizient damit arbeiten, und hat sofort ein Gerüst einer funktionsfähigen Seite. Es ist schon sehr viel im Core vorhanden, Mitgliederverwaltung, Lightbox-Effekt etc. Ich bin kein Fan von tausend Modulen, und von daher sehr zufrieden damit, dass in der Ausgangsvariante schon so viel vorhanden ist. Contao kann man wirklich out of the box nutzen.
Christine: Du verwendest nicht so gerne Extensions, sagst du, entwickelst du denn eigene Module?
Johannes: Ja, ich programmiere auch selbst. Mich interessiert ja immer schon, warum passiert etwas und wie es passiert. Wie funktioniert es, was steckt dahinter? Also hat mich natürlich auch sofort interessiert: Wie funktioniert Contao? Ich habe im Internet nach Anleitungen gesucht, wie man für Contao programmiert und viel herumgespielt und ausprobiert. Hab erste eigene Ausgaben gemacht, dann Datenbankanbindungen, habe mich Stück für Stück ans Framework herangetastet.
Und ich war zunehmend begeistert davon, denn nicht nur in der Webseitenerstellung ist man mit Contao schnell, auch beim Programmieren ist man schnell. Die Integration von der eigenen Idee ins Backend zur Administration und auch die Ausgabe im Frontend ist schnell bewerkstelligt. Wenn man eine kreative Idee hat, ist man in überschaubarem Zeitrahmen in der Lage, sie gut bedienbar in das CMS einzubauen. Das war dann auch bei der Firmengründung die Grundlage meiner Entscheidung, Contao für meine Kunden einzusetzen: Das CMS eignet sich bestens, um ganz spezielle Kundenwünsche zu erfüllen. Immer nach dem Motto: Das System soll sich nach Kunden richten und nicht der Kunde nach dem System. Bei bestimmten Anforderungsprofilen wird ein Modul programmiert, das direkt im Backend erscheint und im Sinne der einfachen Bedienbarkeit angelegt ist. Wenn du mit einem Modul in Contao umgehen kannst, kannst du so ziemlich mit allen arbeiten. Man kann wunderbar neue Dinge ins System integrieren, und alles passt sich den Kundenwünschen an. Das Hauptargument für den Kunden ist und bleibt die einfache Bedienbarkeit, da sind wir uns sicher alle einig.
Christine: Das stimmt, all unsere Kunden lieben die Benutzerfreundlichkeit von Contao. Gibt es denn Module von dir, die für die Allgemeinheit verfügbar sind?
Johannes: Meine Extensions gibt es nicht im Repository, weil sie kundenspezifische Anforderungen hatten und es von den Kunden nicht gewünscht war, sie kostenfrei aus dem Haus zu geben.
Christine: Und du entwickelst Module für Contao Austria – aber erzähl uns erst einmal, wann und wie du zu Contao Austria gekommen bist!
Johannes: Irgendwann hatte ich mich mit meiner Agentur Webpixels auch für das Contao Partnerprogramm registriert und all diese Partner in Wien hast du im letzten Juni angeschrieben, um sie auf die Entstehung einer Contao Austria Community hinzuweisen. Ich dachte mir, dass dies eine interessante Sache wäre, bislang hatte ich mir meine Informationen immer im Internet zusammengesucht. Ich hatte keine persönlichen Ansprechpersonen bei Contao, es gab Leute im Bekanntenkreis, die davon gehört hatten, aber niemand, mit dem man sich austauschen konnte. Also dachte ich: Da könntest ja mal hinschauen - muss aber gestehen, kritisch war ich schon eingestellt. Ich sehe mich nicht als typischen Computernerd und meine Sorge war, dass dort lauter Computerspezialisten unter sich sein wollen würden. Ich hatte sogar kurz vorm Treffen noch überlegt, ob ich absagen soll, es war zu der Zeit gerade enorm stressig in der Agentur. Dann bin ich doch zum 1. Stammtisch gefahren und ich habe meine Vorurteile nicht bestätigt gefunden. Eher überrascht war ich, dass da ganz normale Leute waren, fand es nett, dass wir uns austauschen konnten, Erfahrungen besprochen wurden. Da waren plötzlich Leute im Umfeld, die auch damit arbeiten, ähnliche Probleme haben, ähnliche Fragen haben, etwas zu erzählen haben und sich austauschen wollen.

CAS - Anmeldemodul in der Frontend Ansicht


Christine: Es hat dir also gefallen bei unserem ersten Stammtisch...
Johannes: Ja, ich bin ja auch ganz begeistert bis zum Ende geblieben, als nur mehr ein harter Kern von vier Personen intensiv gefachsimpelt hat. Die Grundidee von Christine entsprach ganz meinem Wunsch nach Austausch und Vernetzung und das Résumé dieses Abends für mich war: Eigentlich find i das total klass‘!
Christine: Es hat dir so gut gefallen, dass du mir und Klaus auch gleich danach deine Mitarbeit in der Organisation angeboten hast.
Johannes: Ja, ich möchte tiefer involviert sein in das Geschehen rund um Contao Austria, mit dem Hintergedanken, dass man Teil eines Fach-Netzwerkes wird, Leute kennt, mit denen man sich austauschen kann, an die man Fragen stellen kann. Man ist dadurch auch nicht nur aufs offizielle Contao-Forum angewiesen, welches sehr wichtig und praktisch ist, aber doch nicht direkten Austausch ersetzt. Wenn ich die Wahl habe, unterhalte ich mich lieber persönlich mit Menschen. Und ich kann nicht so viele Tippfehler machen ;-)
Christine: Hast du es denn bereut bis jetzt?
Johannes: Nein, es war zwar in der Erstellung der Contao-Austria Internetplattform ein wenig arbeitsreich, aber nein, bereut habe ich es nicht bis jetzt.
Christine: Das stimmt, die www.contao-austria.at hat uns durchaus einige Mützen Schlaf gekostet, dafür ist sie auch sehr schön geworden und wird hoffentlich fleißig von Mitgliedern und Besuchern genutzt. Bist du auch im Contao Forum aktiv?
Johannes: Ums Forum kommt man nicht herum, wenn man mit Contao arbeitet und es ist eine Supersache. Mir wurde schon bei vielen Problemen geholfen. Dennoch freue ich mich, wenn ich Problemstellungen mit Menschen direkt besprechen kann.
Christine: Kann ich gut nachvollziehen.
Johannes: Und so kam es, dass ich nach dem ersten Stammtisch ins Team der Organisatoren aufgenommen wurde, was mich sehr freut.
Christine: Wo siehst du deine Aufgabe im Contao Austria Stammtisch, ordnest du dich einem bestimmten Bereich zu?
Johannes: Organisatorische Besitzansprüche habe ich keine, nein. Da wo man mich braucht, da wo ich helfen kann, unterstütze ich gerne.
Christine: Du hast dann auch gleich für unsere Internetplattform ein eigenes Modul programmiert, wie kam es dazu?
Johannes: Das hat mich am Anfang irritiert beim Stammtisch: Terminvereinbarungen via Doodle, Rundmails, Google-Group, Contao Forum. Wir haben ja schon einiges ausprobiert, um uns sinnvoll zu vernetzen. Ich wünschte mir von Anfang an eine zentrale Anlaufstelle, wo jeder ohne Anmeldung Zugang hat und alle Infos zu Aktivitäten rund um Contao in Österreich und zu Treffen gebündelt sind. Und deshalb haben wir dann gemeinsam die Contao Austria Plattform ins Leben gerufen.
Meine Grundintention für die Modulentwicklung war, dass ich kein abgeschlossenes Anmelde-System mit Benutzername und Kennwort haben wollte, es sollte offen gestaltet sein, auch im Hinblick darauf, dass wir uns möglichst leicht weiter entwickeln können. Der Zugang für noch schlummernde österreichische Contaoianer soll leicht sein. Es soll sofort ersichtlich sein: Uns gibt’s hier, das und jenes machen wir, komm dazu. Ist ja wichtig für zukünftig stattfindende Stammtische, dass es unkompliziert ist und dass auch immer wieder neue Leute dazukommen. Man soll auf einen Blick sehen können: Wann sind die nächsten Termine und sich mit zwei Klicks anmelden können. Alles was man benötigt ist ein Name, damit wir wissen, wer kommt, und eine Email-Adresse. That’s it.

CAS - Anmeldemodul in der Detailansicht im Backend


Christine: Wir sind dir für das Events-Anmelde-Modul sehr dankbar, nachdem ich ja als Plattform-Redakteurin ja damit arbeite, kann ich bestätigen, dass es sehr angenehm zu handhaben ist. Was wünschst du dir denn speziell vom Contao Austria Stammtisch und was sind deine Pläne dafür?
Johannes: Ich wünsche mir, dass wir ein aktives Netzwerk schaffen in Österreich, wo alle Zugriff auf Spezialisten in den verschiedensten Bereichen haben. Wir haben jetzt schon Spezialisten für Validierung, Programmierung, Design, Text. Ich habe jetzt durch die Österreich-Community die Möglichkeit, wenn ich bestimmte Anfragen habe, bestimmte Themen habe, schnell und einfach zu wissen, an wen ich mich wenden kann. Es kommt jetzt schon mal vor, dass ich eben mal schnell zum Telefon greife und einen Spezialisten aus der Community um Rat frage, ebenso klingelt auch mein Telefon, wenn ich um Rat gefragt werde. Freilich dies immer mit dem Hintergedanken: Alles ist ein Geben und Nehmen – es muss sein Austausch auf allen Ebenen stattfinden.
Auch für potentielle Kunden, die ihre Systeme auf Contao umstellen wollen, sehe ich hier eine zentrale Anlaufstelle für Wien und Österreich. Kunden haben eine Übersicht: Wen gibt’s in Wien, in meiner Nähe? Das soll natürlich keine Konkurrenz zum Partnerprogramm von Contao sein, sondern ist ergänzend gedacht und soll auch Leute bzw. Firmen erfassen, die nicht im Partnerprogramm registriert sind.
Die Erfahrung haben wir übrigens schon gemacht, dass Anfragen und Buchungen über die Contao- Austria Internetplattform kommen – und da war die Seite erst knapp zwei Wochen online und in den Suchmaschinen noch nicht so weit vorne. Mittlerweile findet man uns ja recht gut bei einer Suche nach Contao und Österreich. Mit unserer Mitgliederdatenbank versuchen wir Leute, die zu den Stammtischen kommen, aktiv zu integrieren, damit auch sie einen wirklichen Nutzen von dieser Contao Austria Plattform haben.
Ein weiterer Punkt ist für mich die Tatsache, dass es bereits jetzt eine gelungene Mischung aus gemütlichem privaten Geplänkel – was, finde ich, ganz wichtig ist – und einem Diskussionsforum auf fachlicher Ebene ist. Was ich ganz toll finde, ist, dass die Leute bereit sind, sich einzubringen, Themenbereiche, in denen sie sich gut auskennen, auch bei den Stammtischen zu präsentieren. Das macht die Themen ungemein spannend und es gibt für die ganze Gruppe einen Mehrwert, wie z.B. Leo Unglaubs Vortrag zum Thema Suchmaschinenoptimierung. Ab dem 3. Stammtisch hat es begonnen aufzublühen, es gab einen angekündigten Vortrag – ein herzliches Dankeschön an den Leo – und die Leute in der Runde haben sich offensichtlich so wohlgefühlt in der Umgebung, dass sie sich ganz spontan bereit erklären haben, aus dem Stegreif heraus ihre aktiven Themen zu präsentieren. Und das Ganze in angenehmer, ungezwungener Atmosphäre.

CAS - Anmeldemodul in der Listenansicht im Backend


Christine: Es gibt ja auch ein sehr schön entwickeltes Mitgliedermodul von dir auf der Contao Austria Seite.
Johannes: Ja, das habe ich unter dem Aspekt gemacht, dass es oft so kommt, dass man sich an solchen Netzwerktreffen kennen lernt, aber danach vielleicht den Namen nicht mehr weiß oder auch nicht mehr zuordnen kann, wer in welchem Bereich tätig ist. Hier ist es uns wichtig, dass sich die Teilnehmer auch außerhalb der Stammtische untereinander vernetzen können. Deshalb gibt es die Mitgliederprofile auf der Plattform samt Foto, und jeder kann die Daten von sich, die er möchte, dass sie publiziert werden, angeben. Seien es Firmendaten, Email, Telefonnummer oder wie auch ganz wichtig: der Forumsname im Contao-Forum.
Es soll die Möglichkeit gegeben sein, jemanden direkt zu kontaktieren. Kann ich mich an einen Namen nicht mehr erinnern, so schaue ich einfach mal schnell über die Mitglieder-Profil-Fotos drüber oder ich suche eine Telefonnummer oder Email-Adresse.
Zum anderen soll auch eine Präsentationsmöglichkeit gegeben sein: Welche Skills haben die einzelnen Personen, was machen sie, in welcher Firma sind sie tätig? Dafür wurde das Mitgliederprofil-Modul erstellt.

CAS - Mitgliedermodul in der Listenansicht - Frontend


Es haben sich auch schon sehr schöne Kontakte und auch Kooperationen ergeben darüber, das freut auch mich enorm. Wenn ich mich nicht irre, hat dir auch die Erstellung der Module für Contao Austria sehr viel Spaß gemacht. Was war oder ist denn dein bisheriges Lieblingsprojekt mit Contao?
Johannes: Das kann ich so nicht sagen. Mein Lieblingsprojekt ist immer das, was neu hereinkommt, wo ich Lösungsansätze entwickeln kann. Die nächste, bevorstehende Problemstellung finde ich am Spannendsten und deshalb ist immer das kommende Projekt mein Lieblingsprojekt. Deshalb das Motto: Geht nicht, gibt’s nicht – außer beim Sport.
Christine: Und was würde dich denn speziell reizen in der nächsten Zukunft bezüglich Contao?
Johannes: Ich möchte gerne weitere gemeinsame Projekte machen, die sich im Zuge der Contao Austria Synergien ergeben.
Christine: Hast du Lieblings-Extensions im produktiven Einsatz für dich bzw. für deine Kunden, die du uns vorstellen möchtest?
Johannes: Grundsätzlich versuche ich, möglichst wenige Extensions zu installieren und ich mache, wenn es sich um Kleinigkeiten handelt, viel auch selbst.
Meine absolute Lieblingsextension hast du mir empfohlen, nämlich den StickyBackendFooter von Joe Ray Gregory.
Christine: Oh ja, den kann ich wirklich nur weiterempfehlen – das ewige Scrollen hat damit ein schnelles Ende. Welche Extensions würdest du dir wünschen? Oder möchtest du Verbesserungswünsche an die Contao Community weitergeben?
Johannes: Ja, was die Shops in Contao betrifft, so wünsche ich mir eine direkte Zahlungsabwicklungsmöglichkeit via Kreditkarte, die nicht über die Webseite einer externen Organisation wie Saferpay oder Paypal geht. Dies Kunden nicht anbieten zu können, ist ein klarer Wettbewerbsnachteil, ich hoffe, dass Isotope diese Möglichkeiten bald integriert haben wird.
Christine: Contao 3 – ein heißes Thema allen Orts. Was gefällt dir persönlich an Contao 3 und womit kämpfst du im produktiven Einsatz?
Johannes: Ich habe Contao 3.06 seit kurzem im produktiven Einsatz und schätze die Möglichkeit, im Backend zwischen dem Einsatz von jquery und mootools wählen zu können.
Was mich beim Programmieren fürchterlich nervt ist die Autoload-Dateierstellung, die vergesse ich ständig und wundere mich... ;).
Unklar ist mir außerdem, wie die Datei-Synchronisation von Redakteuren, also Nicht-Administratoren angedacht ist. Dateien werden nun ja via FilesModel in der Tabele tl_files referenziert, was von der Grundidee ja super ist. Wenn Daten verschoben werden, so gehen Pfad-Zuordnungen für das Frontend nicht verloren. Werden Daten allerdings mittels einer Schnittstelle hochgeladen oder via ftp, geht eine Datei-Synchronisation nur über die Admin-Ebene, soweit mir bekannt ist. Das finde ich nicht gut, da besteht noch Handlungsbedarf.
Was mir ebenfalls noch fehlt: Retina-Unterstützung. Wenn ich Grafiken im Backend in bestimmter Größe abspeichere, hätte ich gerne dass auch eine Retinaversion der Grafik erzeugt wird, in doppelter Auflösung, für die mobile Variante, dies ist momentan nicht der Fall.
Christine: Verrätst du uns noch, mit welchen Tools, Betriebssystemen, Programmen du abseits von Contao noch arbeitest?
Johannes: Ich arbeite hauptsächlich mit Apple und Linux und natürlich im Zuge des Cross Browser Testing mit Windows, das aber ungern.
An Programmiersoftware verwende ich APTANA Studio 3. Bei der App-Programmierung kommt XCODE zum Einsatz. Als Texteditor verwende ich das hier zu landen eher unbekannte, skandinavische Programm SMULTRON. Den Ftp-Upload erledigt TRANSMIT von Panic für mich. Selbstverständlich sind die command line utilities für mich Pflicht und als Designer auch die Adobe Suite Programme Photoshop, Indesign und Illustrator.
Christine: Johannes, ich danke dir für das ausführliche Gespräch.

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Kommentar von Ronald Boda |

Ich ergänz das Interview jez mal ganz spontan mit dem Hinweis, dass der Johannes a ganz leiwander Kerl is ;-)

Ich freu mich immer wieder, wenn ich mit ihm zu tun hab!

Antwort von Johannes Pichler

Besten Dank Ronald! Dito!

Kommentar von Nikolas Runde |

Sehr interessantes Interview.
Noch interessanter ist für mich aber euer angesprochenes Anmeldemodul. Gibt es dazu Pläne es doch irgendwann mal ins Contao ER zu stellen?

Schönen Gruß aus Nord-Deutschland
Nikolas

Antwort von Johannes Pichler

Hallo Nikolas,

vorerst nicht, da wir im Zuge der raschen Umsetzung manche Bereiche im Code noch Hard-Coded haben. Mangels Zeit kommen wir aktuell auch nicht dazu dies zu vervollständigen.

Schöne Grüße aus Wien,
Johannes

Kommentar von Johannes Pichler |

Für all jene, die es interessiert:

Christine hat mich heute darauf aufmerksam gemacht, dass es seit gestern (21.04.2013) eine Erweiterung für Retina im ER gibt.

Die Erweiterung: retina_optimizer

Beschreibung der Erweiterung:
"Optimizes your contao pages for retina devices on the fly."

 

Einen schönen Tag zusammen,
Johannes